Persönliche Assistenz und die Grenzen von Care-Kollektiven

Vortrag: Mathias Vernaldi
Sonntag 12. November, 11:00 – 12:15

„Persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderungen“ ist eine Form von Hilfe, entwickelt und etabliert von schwerbehinderten Menschen. Die klassische Konstellation wird umgekehrt: Menschen, die Assistenz erhalten, bestimmen darüber, wie diese stattfindet – nicht diejenigen, welche die Assistenz erbringen oder eine dahinter stehende Institution. Nur auf diese Art können Menschen mit Behinderung die Gestaltung ihres Alltags selbst bestimmen. Das findet vertraglich gesichert statt und stärkt somit die tatsächlichen Rechte von Menschen, die von Assistenz abhängig sind. Natürlich gibt es hier die üblichen Begrenzungen durch Vertragswerk (zum Beispiel Arbeitsvertrag oder Leistungsvertrag mit den Kassen). Die Grenzen von Care-Kollektiven liegen darin, auf die Gutwilligkeit des sozialen Umfeldes angewiesen zu sein. Selbstbestimmung und Autarkie können davon von vornherein beschränkt werden.

 

Mathias Vernaldi

Matthias Vernaldi

Matthias Vernaldi (*1959) lebt seit 1995 in Berlin; arbeite nach Theologiestudium als Prediger, später als Tarotkartenleger, Autor, Öffentlichkeitsarbeiter, Redakteur von „Mondkalb – Zeitschrift für das organisierte Gebrechen“ und Vorstand des Assistenzvereins ambulante dienste e.V.. Gründete 2000 die Initiative „Sexybilities – Sexualität und Behinderung“ und ist seit 2002 Mitglied des Landesbeirates für Menschen mit Behinderungen. Wegen einer Muskelkrankheit 24 h auf Assistenz angewiesen.

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